Die Frage der Rolle der Königin bei der Krönung wurde bei so ziemlich jeder Krönung gestellt und behandelt. Maria von Medici und Anna von Österreich wurden noch gekrönt und konnten so nach dem Tod des Königs für ihre Söhne regieren. Nach Anna wurde keine Königin mehr gekrönt um eben das zu verhindern.
Die Frage wurde vor allem bei Marie Antoinette heiß diskutiert, da natürlich die Österreicher es gern gesehen hätten wenn sie eine gekrönte Königin wäre. Aber auch sie war dann nur Zuschauerin auf einer Tribüne
EDIT: Hab mir mal erlaubt das Thema umzubenennen, so ist es einfacher zu erkennen um was es geht

Ach, jetzt bin ich noch viel mehr gespannt auf die Ausstellung!
Zur Krönung von Marie Antoinette hab ich grad in der Biographie über Ludwig XVI gelesen, daß Marie Antoinette wohl versucht hat durchzusetzen,daß sie auch gekrönt und gesalbt wird. Das geschah natürlich auf Drängen ihrer Mutter, die damit die Stellung ihrer Tochter festigen wollte.
Letztendlich hat Ludwig das aber nicht zugelassen, er stand zu sehr unter dem Einfluss der Anti-Österreichischen Partei am Hof. So konnte sie nur als Zuschauer an der Krönungszeremonie teilnehmen.
Was ich mich frage ist, warum Ludwig XIV eigentlich als erster mit der Tradition gebrochen hat, daß auch die Königin gekrönt wird? In den Biographien konnte ich leider nichts darüber finden.
Ich schätze mal es ging einfach darum dass die Königin im Todesfall des Königs und trotz dessen Wunsch dass sie nicht die Regierung übernimmt, regiert. So geschehen bei Ludwigs Mutter Anna, die nachdem Ludwig XVIII. gestorben ist trotzdem regiert hat obwohl der König das überhaupt nicht wollte...
Noch dazu kommt ja die Königin meist aus einem fremden Land, damit würde ja eine fremde Königin und kein Franzose über die Franzosen regieren, ich schätze das wird ihnen nicht so gepasst haben. Sie werden dann wohl auch gefürchtet haben dass sie "ausländische" Familie der Königin mehr Macht hat als die Franzosen selbst.
Neben der Tatsache, dass man Marie Antoinette diese Macht einer gekrönte Königin nicht geben wollte, gab es ja vor allem finanzielle Gründe.
Der Staat war bankrott, die Krönung der Königin hätte wieder Unsummen verschlungen.
Ich meine auch, dass die abgelehnte Krönung eher mit den schlechten Finanzen begründet wurde.
Dass Louis XIV. zuerst mit der Tradition brach, könnte ich mir damit erklären, dass er selbst erlebte, wie seine Mutter an seiner Stelle herrschte.
Gut, Anna von Österreich hat sich als Regentin gegen ihr Heimatland gestellt und wurde zur echten Französin.
Aber es hätte auch anders kommen können. Die Königinnen waren ja nicht ausgebildet in der Politik. Ganz ehrlich: einer Anna von Österreich traue ich das ernsthafte Regieren zu, einer Marie Antoinette hingegen leider nicht.