Bei allen Ähnlichkeiten und Gemeinsamheiten zwischen MA und Mme duBarry, finde ich es sehr traurig dass ihr zeitweise ihr Verhalten vor ihrem Tod vorgehalten wird. Also dass sie nicht würdevoll in den Tod ging sondern um ihr Leben flehte. Welcher Mensch würde sich nicht so verhalten? Ich persönlich glaube nicht dass so viele Menschen nicht ebenfalls um ihr Leben flehen würden...
Es ist eher eine "Ausnahmeerscheinung", dass jemand NICHT um sein Leben bettelt, oder ?
Dass Marie Antoinette Haltung bewahrte, finde ich auch überwältigend und bewundernswert.
Das jedoch als "Norm" für andere anzusehen, wäre wirklich nicht gerecht.
Jeder, der an seinem Leben hängt, so auch Madame du Barry, hat mMn das Recht, leben zu dürfen und darum zu flehen.
Wir kennen das ja aus dem MA-Forum, all diese Hetztiraden, weil Jeanne eben nicht "würdevoll" zum Schafott ging.
Was denken sich so manche Leute nur, was "Würde" bedeutet ?
Ist man nur würdevoll, wenn man im Trance dem Tod ins Auge blickt ?
Dann gibt es auf der Welt wohl kaum einen Menschen, der auf diese Weise in den Tod gehen würde... würdevoll.
Ich find das sogar anmaßend und muss mich da echt zurückhalten, wenn sich jemand über den Tod der du Barry lustig macht und ihr Verhalten verurteilt.
Diese arme Frau wurde gewaltsam in den Tod gerissen, was ist daran unnatürlich, dass sie um ihr Leben bettelt ?
Ich finde eher jede andere Art unnatürlich !
Da fällt mir noch eine Gemeinsamkeit zwischen Mme duBarry und MA auf: obwohl sie - wie Petit Trainon ja geschrieben hat - sehr unterschiedlich ihrem Tod ins Auge blickten, hätten sie ihm entrinnen können.
Die Flucht der Königsfamilie an die Grenze hätte gelingen können, wenn sie straff organisiert und unauffällig gewesen wäre. Und auch Jeanne DuBarry hätte weiterleben können, wenn sie nicht aus England nach Frankreich zurückgekehrt wäre.
In beiden Fällen spricht das weniger für großen Mut, sondern eher für eine unglaubliche Naivität in Einschätzung der tatsächlich politischen Verhältnisse. Beide Frauen haben lange Zeit geglaubt ihnen könne nichts passieren, weil sie sich völlig im Recht sahen.
Auf der anderen Seite gab es ja auch viele Rettungsversuche, und hier haben beide dann wieder etwas gemeinsam: MA wollte nicht ohne ihre Kinder fliehen, obwohl es die Möglichkeit dazu gegeben hätte. Und Mme DuBarry verhalf ihrer Freundin Madame de Mortemart zur Flucht, obwohl sie selbst hätte fliehen können.
Ja diese verpatzten Gelegenheiten zur Flucht sind traurig und auch tragisch, ich kann mir gut vorstellen dass es Jeanne im Nachhinein klar geworden ist was sie da eigentlich getan hat. Das zeigt mM nach auch gut dass sie wirklich gedacht hat dass man ihr nichts antun würde, was für sie natürlich ihren Tod noch "schlimmer" machte da er für sie unvorbereitet geschah. MA hingegen wird wohl schon länger geahnt bzw gewusst haben dass es dazu kommen wird, spätestens nachdem man schon ihren Mann geköpft hatte. Ihr blieb also mehr Zeit sich damit auseinanderzusetzen und damit irgendwie fertig zu werden. Ich möchte sie zwar nicht "angreifen" oder ähnliches - aber ich wette dass auch sie nicht immer so würdevoll war in ihren letzten Tagen. Auch bei ihr wird sich die Verzweiflung etc gezeigt haben um schließlich so würdevoll in den Tod gehen zu können.
Jeanne hingegen war ja bis zuletzt davon überzeugt dass sie sich irgendwie retten hätte können, was ihr "Bestechungsversuch" mit ihren Juwelen gut zeigt.